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Unsere Vereinsgeschichte

Die Gründerzeit

Im Jahre 1944 wurde unser Jodlerchörli Heimelig Oberkirch gegründet. Zu den Gründern gehörte alt Lehrer Bucher sel., welcher erster und langjähriger Dirigent und verdientes Ehrenmitglied unseres Chörlis war. Seiner auch heute noch lesenswerten Chronik von Oberkirch entnehmen wir den folgenden gekürzten Text:

..... «Bei Wirt Wicki Juli im Hirschen ertönte oft bei gemütlichem Höck ein Volkslied ums andere. Es kam der unselige Weltkrieg 1939/45. Die Soldaten standen an der Grenze und im Reduit, jederzeit bereit, die liebe Heimat zu verteidigen. Auch aus der Gemeinde Oberkirch rückten die Wehrmänner regelmässig in den Aktivdienst ein. Sie fanden gute Kameraden und liebten den fröhlichen Gesang. Mit frohen Liedern und Jodelgesängen sorgten sie für Abwechslung im alltäglichen Betriebe. Wenn sie wieder zum Urlaub oder zur Entlassung heimkehrten und bei angeregter Tafelrunde von ihren Erlebnissen erzählten, da stieg zuweilen ein froher Jutz und riss die andern in heller Freude mit. Und wenn dann der Hirschen-Juli noch seine kräftige Stimme dazu ertönen liess, so war die Begeisterung nicht mehr zu halten. So reifte immer mehr der Entschluss, in Oberkirch ein Jodlerchörli zu gründen. Einige wagemutige Kameraden gingen ans Werk. Es fanden sich weitere sangeslustige Männer und Jungmänner, die schon andern Dorfvereinen und auswärtigen Jodlerklubs angehört hatten, oder aus irgend einem Grunde, zum Teil auch in konfessioneller Hinsicht, noch keinen Anschluss gefunden hatten, zu einem Verein zusammen. Am 25. November 1944 wurde im Säli zum Hirschen das Jodlerchörli gegründet. Die treibenden Kräfte waren: Gebrüder Albert, Alfred und Leo Albrecht, Hinterrain, Julius Wicki, Hirschenwirt, Richard Achermann, Kaufmann, Hirschmatthof, Xaver und Otto Graf von der Käserei, Hans Marti, Monteur, Hirschen und die Berner vom Kehrhof: Ernst und Hans Sommer und Fritz Trachsel. Als Dirigent wurde der Lehrer Peter Bucher, der bereits den Kirchenchor und die Musikgesellschaft dirigierte, erkoren. Als Oberjodler wirkte Albert Albrecht (genannt Toni) und als zweiter Jodler Richard Achermann.

Die erste Probe fand am Samstag, 2. Dezember 1944 im Unterschulzimmer (Red.: im heutigen Gemeindehaus beim Gasthaus Hirschen) statt. Schon kurz darauf traten Werner Graf, Käserei und Konrad Hodel, Weierweid, bei. Die Besetzung war in allen Stimmen gut, und freudig ging's an die Arbeit. Mit drei Proben konnte das erste Engagement absolviert werden. Es war dies am Dienstag, den 19. Dezember 1944 an einer Armeefilmvorführung der Ortswehr Oberkirch im Hirschen. Mit vier Liedern wurde der erste Erfolg geerntet.

Im Verlaufe des ersten Vereinsjahres traten Hermann Thalmann, Rankhof, Hans Steinmann, Mauensee und Kaspar Huber, Kirchenau bei. All diese genannten Sänger dürfen als die Gründer und Wegbereiter des Chores genannt sein… Am Ende des ersten Vereinsjahres konnten bereits 20 Engagements und Auftritte mit 54 Proben und 20 verschiedenen Liedern gebucht werden.»..... Dies aus Peter Buchers Gemeindechronik.

Die Zeit danach

Zu den jährlichen Höhepunkten in unserem Vereinsleben gehörte häufig die Teilnahme an einem Verbands oder gar Eidgenössischen Jodlerfest. In den ersten Jahren unserer Vereinsgeschichte mussten sich unsere Jodler an solchen Festen als noch Unbekannte in der grossen Jodlerfamilie besonders bewähren. 1949, als sie in Bern zum zweiten Mal an einem Eidgenössischen Jodlerfest teilnahmen, wurde erstmals ihr Vortrag mit dem Prädikat "sehr gut" belohnt. Seither hat das Chörli immer die Klasse 1 erreicht. Ein Grund dieses Erfolges mag sicher sein, dass wir von häufigen Dirigentenwechseln verschont blieben. Details zu den besuchten Jodlerfesten können auf unserer Homepage unter der Rubrik "Jodlerfeste" nachgelesen werden. 

Franz-Markus Stadelmann leitet seit 2002 mit grossem Geschick sehr kompetent und erfolgreich unser Jodlerchörli Heimelig Oberkirch. Geboren und aufgewachsen ist er in Escholzmatt, heute wohnhaft in Luzern. Er hat eine umfassende Gesangsausbildung genossen. Juryleiter und Gesamtobmann an diversen Unterverbands und Eidgenössischen Jodlerfesten zeichnen sein grosses Können aus. Ausserdem leitet er als begnadeter Dirigent äusserst erfolgreich diverse Jodelchöre. Bekannt ist Franz-Markus Stadelmann auch als begabter Sänger zum Beispiel mit dem "Äschlismatter Jodlerterzett" oder zusammen mit dem "Wunderbar-Ensemble" 2009 als Finalist bei den "Grössten Schweizerhits". Mit dem Titel "Wunderbar" von Jack Säuberli durfte schliesslich gar der Sieg gefeiert werden. Es folgten weitere legendäre Auftritte des Duettes Franz-Markus Stadelmann und Franziska Wigger beispielsweise in "Viva Volksmusik" mit dem Titel "Nimm Dir chli Zyt". 2019 veröffentlichten die Beiden "Lichtblicke". Ein Album mit wunderbaren gefühlvollen neuen Liedern und Jodel-Balladen. 2020 wirkte Franz-Markus Stadelmann beim Projektchor "Sunnesite-Jodler Sörenberg" mit. Daraus ist die erfolgreiche CD "Itz isch Zyt" entstanden. Besonders erwähnenswert ist sicherlich der familiengeschichtsträchtige "Weidbode-Jutz", wo mit Blick auf die herrliche Entlebucher Natur schöne, lüpfige wie auch wehmütige Momente vereint wiedergegeben werden.

Das Jodlerchörli Heimelig Oberkirch absolvierte mehrere Auftritte in Radio und Fernsehen. Bis heute hat unser Chörli insgesamt sieben eigene Tonträger herausgegeben und ist auf verschiedenen weiteren Tonträgern vertreten. Dies half, den guten Ruf unseres Chörlis zu verbreiten. Dazu trugen sicher damals auch die Jodlerduette Hans Bossert–Richard Achermann, Albert Vitali–Ueli Sommer und Josef Ottiger–Josef Kunz sowie Albert Vitali, als bekannter Einzeljodler, mit ihren vielen Auftritten und verschiedenen Tonträgern bei.

Unser Ehrenpräsident Albert Vitali hat unser Jodlerchörli Heimelig in all den Jahren besonders geprägt. 1975 trat er dem Chörli bei und war gleich von Beginn weg mit seiner Naturstimme als erster Jodler eine tragende Stütze. Als Einzeljodler war er ein begabter Interpret der Jakob Ummel Lieder. 16 Jahre lang, nämlich von 1980 – 1996, stand er als umsichtiger, dynamischer Präsident dem Chörli vor. Als OK-Präsident der Jubiläen 1994, 2004, 2014 und 2019 prägte er auch da die Feierlichkeiten mit. Als Gemeinderat in Oberkirch, Kantonsrat in Luzern wie auch Nationalrat in Bundesbern politisierte er auf allen Ebenen der Legislative erfolgreich und mit sehr grossem Engagement. Im Jahr 2020 musste unser Jodlerchörli Heimelig Oberkirch tief betroffen vom langjährigen Vereinskameraden Albert Vitali Abschied nehmen. Er verstarb im Alter von nur 65 Jahren und hinterlässt in unseren Jodlerreihen sowohl menschlich wie auch musikalisch eine riesengrosse Lücke. Albert Vitali hat sich über Jahre authentisch, engagiert und mit viel Herzblut für unser Chörli eingesetzt. Albert Vitali wird unserem Jodlerchörli Heimelig Oberkirch stets in geschätzter und dankbarer Erinnerung bleiben. 

Unsere Trachten

Kurz nach der Gründung konnte unser Chörli im Jahr 1945 die erste Tracht, eine Nidwaldner-Bluse, anschaffen. Im Jubiläumsjahr 1964 wurde die zweite Tracht, ebenfalls eine Nidwaldner-Bluse mit dem Oberkircher sowie Luzerner Wappen eingeweiht. Zum 30-jährigen Jubiläum im Jahre 1974 folgte ein blaues Gilet. 1984 gab es wiederum eine weitere Tracht, erstmals ein Kittel mit dazu passendem weinroten Gilet. Diese Tracht hat uns während über 30 Jahren begleitet. Im Mai 2016 durften wir dann unsere aktuelle Tracht einweihen. Voller Freude und Stolz tragen wir nun seither diese sehr schöne aus Kittel sowie samtigblauem Gilet bestehende Tracht.

Herzlichen Dank

Abschliessend bedanken wir uns ganz herzlich für Ihre jahrzehntelange wertvolle Unterstützung. Wir freuen uns, Ihnen mit unseren Jodelliedern auch in Zukunft viel Freude bereiten zu können.

Ihr Jodlerchörli Heimelig Oberkirch